Berufsmaturität

Was ist die Berufsmaturität?

Die Berufsmaturität (BM) verbindet eine berufliche Grundbildung mit einer erweiterten Allgemeinbildung, die an der Berufsmaturitätsschule (BMS) vermittelt wird.
Das lehrbegleitende Ausbildungsangebot (BM I genannt), kombiniert die Vorteile einer Berufsausbildung mit einer breiten Allgemeinbildung. Inhaltlich setzt sich die Ausbildung wie folgt zusammen: Berufliche Praxis im Lehrbetrieb, berufskundlicher und allgemeinbildender Pflichtunterricht sowie zusätzlicher BM-Unterricht in sprachlich-historischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Der gesamte Schulunterricht dauert in der Regel zwei Tage pro Woche während 3 bzw. 4 Lehrjahren.
Der Erwerb der BM ist auch nach Lehrabschluss möglich und wird BM II genannt. Es werden sowohl vollzeitliche (Dauer 1 Jahr) wie auch berufsbegleitende (Dauer 2 Jahre) Studiengänge angeboten.

Fachrichtungen

Die Berufsmaturität wird seit Mitte der neunziger Jahre in fünf Richtungen angeboten. Im Zusammenhang mit dem Übergang der gesamten Berufsbildung in die Bundeskompetenz ist neu die gesundheitliche und soziale Richtung hinzugekommen.

Jede Berufsmaturität, egal welcher Richtung, umfasst die erweiterte Allgemeinbildung. Diese ergänzt die berufliche Grundbildung und berechtigt grundsätzlich zum prüfungsfreien Eintritt ins erste Studiensemester an einer Fachhochschule (FH). Zusätzliche Zulassungsvoraussetzungen für bestimmte FH-Studiengänge regelt das Fachhochschulgesetz.

Wird der Berufsmaturitätsunterricht parallel zur beruflichen Grundbildung besucht, ist die Richtung in den meisten Fällen durch die berufliche Grundbildung und das Angebot an der Berufsmittelschule bestimmt. Die freie Wahl der Richtung ist aus organisatorischen Gründen nur beschränkt möglich. Gelernte Berufsleute können die Richtung frei wählen.

Technische Richtung

Sie ergänzt die berufliche Grundbildung im technischen, industriellen und handwerklichen Bereich. Schwerpunktfächer sind Physik und Chemie. Mathematik ist stärker betont als in den anderen Richtungen.

Kaufmännische Richtung

Sie ergänzt die berufliche Grundbildung in den Bereichen Handel, Verwaltung, Dienstleistungen. Das Schwerpunktfach ist Finanz- und Rechnungswesen. Die beiden Fremdsprachen sowie Wirtschaft und Recht sind stärker betont als in den anderen Richtungen.

Gestalterische Richtung

Sie ergänzt die beruflichen Grundbildungen, in denen Gestalten in allen möglichen Ausprägungen wichtig ist. Die Schwerpunktfächer sind Gestalten, Kultur und Kunst sowie Information und Kommunikation.

Gewerbliche Richtung

Sie ergänzt die berufliche Grundbildung im handwerklichen und gewerblichen Bereich. Schwerpunktfächer sind Rechnungswesen sowie Information und Kommunikation. Wirtschaft und Recht sowie Mathematik sind stärker betont. Für viele gewerblich orientierte Berufe ist diese Richtung auch eine gute Vorbereitung auf die Angebote der höheren Berufsbildung.

Naturwissenschaftliche Richtung

Sie ergänzt die berufliche Grundbildung im Bereich der Landwirtschaft, der Lebensmittelproduktion und der grünen Berufe. Schwerpunktfächer sind Biologie / Ökologie und Physik / Chemie.

Gesundheitliche und soziale Richtung

Sie ist speziell angepasst an die Berufe im Gesundheits- und Sozialbereich. Schwerpunktfächer sind Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften.

 

Wie weiter nach der Berufsmaturität?

Für die berufliche Weiterbildung bietet die Berufsmatura eine ausgezeichnete Grundlage. Absolventinnen und Absolventen sind in der Regel zu einem prüfungsfreien Eintritt in eine entsprechende Fachhochschule berechtigt.

Wollen Berufsmaturanden/-maturandinnen an einer universitären Hochschule (Uni, ETH) studieren, können sie sich mit der Passerelle (Dauer in der Regel 1 Jahr) auf diesen Zugang vorbereiten.